
Nach einem Jahr schwerer gesundheitlicher Probleme wollen wir es (endlich) wieder wissen! - Wir planen die nächst, mehmonatige Trekkingrad-Tour, und zwar mal wieder RICHTUNG NORDEN, konkret via Nord-Skandinavien, erneut mit Ziel Nordkap. Im Jahr 2013 haben wir für dieses Zeil eine Route entlang der Norwegischen Westküste gewählt, im Jahr 2023 haben wir mehr den Südwesten Norwegens bereist, in diesem Jahr wollen wir ein zweites Mal zum Nordkap, allerdings dieses Mal mehr durch das Inland Nordskandinaviens. - Der Plan ist:
Mit der Fähre nach Helsinki, weiter mit dem Nachtzug zur Heimatstadt des Weihnachtsmanns Rovaniemi und dem Bus nach Karasjok.
Mit dem Rad entlang des Teno River Richtung Norwegen dann auf der norwegischen Landschaftsroute Varanger bis Hamningberg weiter mit der Fähre von Vardo (östlichste Stadt Norwegen) nach Berlevag. Von dort mit dem Rad zum Slettnes Fyr (nördlichster Leuchtturm Europas). Mit Hilfe der Fähre von Kjollefjord nach Honningsvag und von dort hoffentlich an das Nordkap. Um den Tunnel auch auf der Weiterfahrt zu vermeiden wieder mit der Fähre nach Havoysund. Über Hammerfest nach Alta. Schlussetappe und hoffentlich jetzt fit für die Arctic Post Road bis Kolari.

Am 10. oder 11. Mai wollen wir starten und haben bereits für die nachfolgenden Transfers die Tickets gebucht:
13. Mai 2026 - Fähre von Travemünde nach Helsinki
15. Mai 2026 - Nachtzug Helsinki nach Rovaniemi
18. Mai 2026 - Bus Rovaniemi nach Karasjok
... und los geht`s!
Aber natürlich muss erst einmal das gesamte Equipment, insbesonders aber die Räder auf Vordermann gebracht werden!
24. - 26. April 2026
Wir sind von Oranienburg aus mal mit (fast) voll beladenen Trekking-Rädern zu einer dreitägigen Tour gestartet, um unsere Räder und um das gesamte Equipment für die bevorstehende Tour zu testen. - Die erste Etappe ging bis zu Marina Alter Hafen bei Zehdenick und hier auf den Campingplatz (gut 43 km). Es gab sehr viel Platz für unser Zelt ;-) und kochen mussten wir auch selbst, da alle umliegende Gastronomie noch Winterschlaf hält. - Die Nacht war recht frisch, aber wir haben nicht gefrohren ...
Am nächsten Morgen dann bei kaltem Wind und blauem Himmel weiter zur Feldberger Seenlandschaft und hier auf den Campingplatz Feldberg (gut 54 km). Auch hier gab`s noch sehr, sehr viel Platz für weitere Zelte! - Da diese Etappe durchaus anstregend war (teilweise schlechte Wege und auch ein wenig hügelig (330 Hm)), verkrochen wir uns alsbald ins Zelt und nach dem Abendessen aus der Campingküche bald auch in die Schlafsäcke.
Die letzte Etappe dann nach Tremplin (36 km) und hier zum Bahnhof. Allerdings haben wir uns unterwegs noch mal `ner echten Herausforderung stellen müssen; nämlich einige Kilometer auf übelstem Feldweg.
Resümee: Im großen und gamzen war alles soweit in Ordnung, nur müssen die Räder noch überholt und die Ausrüstung etwas ergänzt werden
04. Mai 2026
Es wird ernst. Ich bringe die Räder auf vordermann, indem ich drei der vier Mäntel erneuere, neue Ritzel, Schalträdchen und Kessen montiere, die Elektrik checke (Kabelbruch), nur mit größtem Kraftaufwand die Sattelstütze von Brigittes Rad löse und neu fette. neue Bremsgummis einsetze, neue Klick-Pedale anschraube u. v. m. ...
08. Mai 2026
Beginn der "heißen Phase". - Wir beginnen zu packen, was jedesmal sehr kompliziert ist. Einerseits darf nichts Wichtiges vergessen werden, andererseits ist jedes Gramm mehr ein Gramm zu viel! Zwar hilfr die jahrelange Routine, aber jede Tour ist dann doch individuell, eben anders ...
10. Mai 2026, 11:30 Uhr
Es geht los! - Wir machen uns auf den Weg. Erst einmal per S Bahn zum BhF. Gesundbrunnenm dann weiter per RE nach Bad Kleinen (etwa 2,5 Std.). Und ja, damit ging`s dann auch schon los. Erwartungsgemäß war der Zug sehr voll, aber irgenwie drängten sich alle rein und es wurde kuschelig. Problem war aber, dass nur noch eine einzige Toilette noch funktionierte und das auch nicht mehr sehr lange! - Ergo, man legte einen 20 minütigen Zwischenstopp zum Pnkeln ein.
Endlich angekommen, radelten wir noch etwa 12 km zum Campingplatz, bauten das Zelt auf und gehen zur Belohnung im Restaurant auf dem Platz essen.
11. Mai 2026
Die Wetteraussichten sind durchwachsen. Es soll den ganzen Tag regnen bei Temperaturen um die 10°C. Macht nichts wir machen uns auf Richtung Ostsee. Sehr idyllisch auf Nebenstraßen. Wettertechnisch erinnert es uns an Großbritannien. Mal die Hoffnung dass der Regen doch bald aufhören mögen, fünf Minuten später wieder Dauerregen. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir den gebuchten Campingplatz. Der Versuch unseren Platz gegen ein Campingfass zu tauschen scheitert daran, dass der Platz online geführt wird und es doch länger dauert bis jemand mit dem Schlüssel vorbei kommen kann. Also bauen wir das feuchte Zelt auf, duschen und machen es uns bei Pulvercappuccino und Keksen gemütlich. Der Regen hört tatsächlich auf, die Wolkendecke bleibt. Nach dem Abendessen noch einen kleinen Verdauungsspaziergang. Das italienische Restaurant hat abends offen und lockt mit Eis. Also gibt es noch eine kleine Belohnung.
12. Mai 2026
Beim Frühstück verkündet Arno, das es heute nur noch ein bis zwei Stunden regnen wird. Dies sind doch gute Aussichten. Heute ist nämlich trocken wohnen angesagt. Rein in die feuchten Sachen und auf die Räder. Nach 8 km lockt uns ein Café Schild. Der Cappucino ist lecker und vor allem heiß. Die Hände tauen allmählich wieder auf. Wir benutzen weiter Nebenstraßen, an blühenden Rapsfeldern vorbei, erhaschen immer wieder einen Blick auf die Ostsee, passieren Gehöfte und kleine Dörfer. Nur der Wunsch nach einem weiterem Café dauert, bis er erfüllt wird.
In Travemünde angekommen, erwerben wir noch die kleinen Dinge, welche wir vergessen haben. Wir steuern den einzigen Fahrradladen an um das vergessene Kettenöl nachzukaufen. Arno findet dort seine Lieblingssorte, welches es in Berlin längst nicht mehr gibt. Wie macht er das nur?
Wir pedallieren zum Skandinavien Kai. Im Hafengebäude dürfen wir auch die Fahrräder in den Wartebereich mitnehmen. An Bord werden wir erst um 23:00 Uhr können, jetzt ist es 18:00 Uhr. Arno nutzt die Wartezeit um seine Schaltung zu reparieren. Ob erfolgreich, wird sich noch herausstellen. Zudem putzen wir unsere Räder, welche nach dem Regentag aussehen als ob wir einen Mountainbike-Trail gefahren sind, obwohl wir nur Asphaltstraßen benutzt haben. Kurz vor 22:00 Uhr machen wir uns dick eingepackt auf zum Check-In. Nachdem wir unsere Tickets haben, dürfen wir unsere Räder im Check-In Bereich abstellen und zurück in den warmen Wartebereich gehen. Kurz vor 23:00 Uhr sind wir zurück, warten noch kurz in Schlange Nr.1 ganz vorne mit allen anderen Radfahrern und werden als Erste auf die Fähre gelassen. Jetzt noch Duschen und ab ins Bett.
13. Mai 2026
Die Nacht auf der Fähre war kurz, da wir erst gegen 02:00 Uhr ins Bett gekommen sind, die Uhren auf Finnische Zeit (also eine Std. vorstellen) mussten undes ab 09:00 Uhr Frühstück gab. Dafür war das Buffet aber reichlich und es schmeckte alles sehr lecker! - Dann aber wieder zurück in die Kabine und erst einmal alles an die Steckdosen, was geladen werden muss. Auch "gönnen" wir uns `ne WLAN-Verbindung, um die Homepage und Teille der Post zu bearbeiten. DAV360 weigert sich aber vehement auf offener See mit uns zu kommunizieren :(
Wir verbringen einen mehr oder weniger entspannten Tag mit Kreuzfahrt-Feeling und schlagen uns in regelmäßigen Abständen die Bäuche voll.
14. Mai 2026
Gegen10:00 Uhr, also nach einem gemütlichen Frühstück - begeben wir uns runter zu Deck 5 umd die Räder zu beladen und die Fähre zu verlassen. Es wat top organisiert an Bord, wir waren sehr zufrieden! - Wieder an Land (blauer Himmel, Sonnenschein pur, etwa 12 °C) , oder besser gesagt, angekommen in Finnland, machen wir uns auf den Weg zum Campingplatz (gut 6 km). Wir kennen den Platz schon von früheren Reisen. Also kurz eingecheckt, Zelt aufgebaut und dann ab auf die (Touristen)Insel. Ja, jetzt war Kultur angesagt. ;-)
Abendessen dann aber doch wieder im Zelt.
15. Mai 2026
Endlich mal recht gut geschlafen, auch war es nicht zu kalt (etwa 5°C). - Wir lassen es gemütlich angehen, da die Check-Out Zeit hier 15:00 Uhr ist. - Also noch mal rasch an den PC ...
Heute Abend setzen wir die Reise per Nachtzug fort und fahren bis zur Heimatstadt des Weihnachtsmanns Rovaniemi.


